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Kartenzustand bei Pokémon- und Sammelkarten: von Mint bis Poor

Near Mint oder doch nur Excellent? Der Zustand entscheidet über den Preis einer Karte oft mehr als alles andere. Hier stehen die Stufen, wie du Karten in zwei Minuten sicher einstufst und was Grading-Noten bedeuten.

Stand: September 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Die Zustandsstufen im Überblick

Im europäischen Kartenhandel haben sich die Stufen durchgesetzt, die auch Cardmarket verwendet – mit englischen Namen und Abkürzungen, damit Käufer und Verkäufer in allen Ländern dasselbe meinen. Die Beschreibungen hier sind eine praxisnahe Zusammenfassung; maßgeblich ist jeweils die Definition des Marktplatzes, auf dem du verkaufst.

StufeKürzelWoran du sie erkennst
MintMFehlerfrei: keine Spuren an Ecken, Kanten und Oberfläche, sauber gedruckt. Selten und bei Rohkarten schwer zu belegen.
Near MintNMWirkt perfekt; bei genauem Hinsehen höchstens minimale Spuren, etwa ein winziger weißer Punkt an einer Kante.
ExcellentEXLeichte, sichtbare Gebrauchsspuren: etwas Weiß an mehreren Kanten, feine Kratzer, leicht bestoßene Ecken. Insgesamt sehr gut.
GoodGDDeutliche Abnutzung an Kanten und Ecken, sichtbare Kratzer; keine gravierenden Schäden.
Light PlayedLPStarke Spielspuren, raue Kanten, eventuell leichte Biegung – aber ohne Risse oder harte Knicke.
PlayedPLSehr starke Abnutzung, Knicke oder deutliche Biegungen, verblasste Farben.
PoorPOSchwer beschädigt: Risse, Wasserschäden, Beschriftung, fehlende Teile.
Foils und Sammlerkarten werden strenger bewertetBei Holos, Alt Arts und Vintage-Karten zahlen Käufer vor allem für den Sammlerwert. Kratzer auf der Folie oder weiße Kanten auf dunklem Rand fallen hier stärker ins Gewicht als bei einer normalen Spielkarte – im Zweifel eine Stufe tiefer einordnen.

So prüfst du eine Karte

Du brauchst gutes Licht (am besten eine Lampe schräg von der Seite), eine saubere Unterlage und für teure Karten eine Lupe. Dann in dieser Reihenfolge, Vorder- und Rückseite:

  1. Ecken: spitz oder abgerundet, bestoßen, weiß? Bei Pokémon-Karten fällt Weiß auf der blauen Rückseite sofort auf.
  2. Kanten: „Whitening“ – helle Stellen am Rand, wo die Farbschicht abgerieben ist. Die Rückseite zeigt es fast immer zuerst.
  3. Oberfläche: Karte im schrägen Licht kippen. Kratzer, Druckstreifen, Dellen, Fingerabdrücke und Flecken werden so sichtbar.
  4. Biegung und Knicke: Karte flach auf den Tisch legen und von der Seite ansehen. Ein harter Knick bedeutet mindestens Played.
  5. Zentrierung: Ist der Rand links und rechts, oben und unten ungefähr gleich breit? Für den Rohzustand zählt sie wenig, beim Grading viel.

Die schwächste Stelle bestimmt die Stufe: Drei perfekte Ecken und eine bestoßene ergeben kein Near Mint.

Typische Fehleinschätzungen

  • „Frisch aus dem Booster, also Mint.“ Auch neue Karten haben Druckfehler, Kratzer aus der Produktion oder eine schiefe Zentrierung. Ungespielt ist nicht gleich fehlerfrei.
  • „Immer in der Hülle, also Near Mint.“ Karten, die gespielt und gemischt wurden, zeigen trotz Sleeve oft Whitening an den Kanten.
  • Nur die Vorderseite angesehen. Die meisten Spuren zeigen sich auf der Rückseite.
  • Unter der Handylampe von oben. Frontales Licht versteckt Kratzer. Erst schräges Licht zeigt die Oberfläche ehrlich.

Grading: PSA, Beckett und CGC

Beim Grading bewertet ein Dienstleister die Karte, versiegelt sie in einem Kunststoffgehäuse („Slab“) und vergibt eine Note von 1 bis 10. Die bekanntesten Anbieter sind PSA, Beckett (BGS) und CGC; daneben gibt es inzwischen auch Anbieter aus Europa.

PSA-NoteBezeichnungGrobe Einordnung
10Gem Mintpraktisch perfekt, auch unter der Lupe
9Mintein minimaler Makel
8NM-MT (Near Mint-Mint)sehr gut, kleine Schwächen
7NM (Near Mint)leichte, sichtbare Spuren
6–5EX-MT / EXdeutlichere Spuren
4–1VG-EX bis Poorstarke Abnutzung bis Beschädigung

Beckett vergibt zusätzlich Teilnoten für Zentrierung, Ecken, Kanten und Oberfläche und nutzt halbe Noten; CGC hat eine eigene, ähnliche Skala. Die Noten der Anbieter sind nicht eins zu eins vergleichbar – und es gibt keine offizielle Umrechnung zwischen Rohzustand (NM, EX …) und Grading-Note. Die Bezeichnungen klingen gleich, sind aber unterschiedlich streng.

Vor dem Graden rechnenGrading kostet Gebühren, Versand und Wochen bis Monate Wartezeit. Es lohnt sich meist nur für Karten, bei denen eine hohe Note den Preis deutlich steigert. Bei der Differenzbesteuerung erhöhen die Grading-Kosten den Einkaufspreis nicht – mehr dazu im Ratgeber Differenzbesteuerung.

Tipps für Händler

  • Konservativ einstufen: Eine Karte, die als EX verkauft wird und NM ankommt, bringt eine gute Bewertung. Umgekehrt kostet sie Rückgaben und Ruf.
  • Beim Ankauf den Zustand dokumentieren: Er gehört auf den Ankaufsbeleg und bestimmt den Marktwert, nach dem du einen Sammlungspreis aufteilst.
  • Einheitlich bewerten: Wenn mehrere Leute im Team einstufen, hilft eine gemeinsame Referenz – zum Beispiel eine Mappe mit Beispielkarten je Stufe.
  • Bei hochwertigen Karten Fotos von Vorder- und Rückseite machen, bevor sie in den Verkauf gehen. Das hilft bei Rückfragen und Reklamationen.
  • Sprache und Variante nicht vergessen: Zustand, Sprache, Edition und Holo-Variante zusammen ergeben erst den richtigen Preis.
Zustand und Grading in TCG UltimateJede Karte im Bestand trägt Zustand, Sprache und bei Slabs Grading-Firma, Note und Zertifikatsnummer – vom Ankaufsbeleg über das Etikett bis zum Verkauf. Die Foto-Erkennung liest Grading-Etiketten mit aus. Demo anfragen

Häufige Fragen

Was bedeutet Near Mint bei Pokémon-Karten?
Near Mint (NM) heißt: Die Karte sieht auf den ersten Blick perfekt aus. Bei genauem Hinsehen gibt es höchstens minimale Spuren, etwa einen winzigen weißen Punkt an einer Kante. Knicke, Kratzer oder abgestoßene Ecken gibt es nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Near Mint und Excellent?
Bei Excellent (EX) sind leichte Gebrauchsspuren mit bloßem Auge sichtbar, zum Beispiel etwas Weiß an mehreren Kanten oder ein paar feine Kratzer. Die Karte ist insgesamt noch in sehr gutem Zustand, aber eben nicht mehr fast neuwertig.
Ist eine frisch gezogene Karte automatisch Mint?
Nein. Auch Karten direkt aus dem Booster können Druckfehler, Kratzer, Druckstreifen oder eine schlechte Zentrierung haben. Mint bedeutet fehlerfrei, nicht nur ungespielt. Viele Händler verkaufen deshalb auch frisch gezogene Karten als Near Mint.
Welche PSA-Note entspricht Near Mint?
Eine offizielle Umrechnung gibt es nicht. PSA bezeichnet die Note 7 als Near Mint und 8 als Near Mint-Mint; eine im Handel als Near Mint verkaufte Karte kann je nach Zentrierung und Oberfläche aber auch eine 9 oder nur eine 6 bekommen. Der Rohzustand ist eine Einschätzung, die Note ein Gutachten.

Weitere Ratgeber

Pokémon, Magic: The Gathering, Yu-Gi-Oh! und weitere genannte Spiele sowie PSA, Beckett und CGC sind Marken ihrer jeweiligen Inhaber; TCG Ultimate steht in keiner Verbindung zu ihnen.

Zustand einmal erfassen – überall richtig

Vom Ankauf über das Etikett bis zum Verkauf: TCG Ultimate trägt Zustand, Sprache und Grading jeder Karte mit.